Wer hier ab dem 31. August 2026 einreichen kann
Staatsbürger Russlands und der Länder des Moskauer Konsularbezirks: Belarus, Armenien, Moldau und Usbekistan. Die Regel gilt für das ganze System und steckt im Formular des elektronischen Visums – den Antrag nimmt das Konsulat des Landes der Staatsangehörigkeit oder des dauerhaften Aufenthalts an. Bei einem Wohnsitz in einem dieser fünf Länder weist das Formular von selbst Moskau zu.
Einen eigenen Filter hat die Botschaft beim Einkommensnachweis. Angenommen werden Anträge von Angestellten mit offiziellem Gehalt, belegt durch die Steuerbescheinigung 2-NDFL: für das vergangene Jahr vollständig und für das laufende Jahr Monat für Monat, mit dem Einkommenscode 2000 und mindestens zwölf Monaten Beschäftigung. Der Richtwert beim Einkommen liegt bei 100.000 ₽ im Monat, aber das ist keine harte Schwelle: In unserer Chronik steht auch eine Genehmigung bei 70.000 ₽. Anträge von Einzelunternehmern, Selbstständigen und Menschen mit Werk- oder Dienstverträgen nimmt die Botschaft derzeit nicht an – die Bescheinigung 2-NDFL gibt es für sie nicht; Ende August wurde das dreimal telefonisch bestätigt. Der Generaldirektor der eigenen Firma kommt durch, wenn er ein offizielles Gehalt bezieht; Dividenden zählen nicht.
Ablauf der Antragstellung
Antragsformular und Unterlagen werden online eingereicht, zusammengestellt wird das Paket aber auf Papier: Bankbescheinigungen mit Originalstempel, Übersetzungen mit notarieller Beglaubigung, und erst danach werden die Scans ins System hochgeladen.
- Die Gebühr von 350 $ wird bar in der Botschaft eingezahlt, gegen einen ausgedruckten QR-Code. Kommen darf auch eine bevollmächtigte Person – bei der Zahlung muss sie allerdings das persönliche Konto des Antragstellers im Behördenportal Gosuslugi öffnen: Der Mitarbeiter gleicht live ab, dass der Zahlungscode zum Gehalt passt.
- Das Führungszeugnis nur in Papierform, vom Innenministerium, mit blauen Stempeln und notarieller Übersetzung; die elektronische Fassung aus Gosuslugi wird nicht angenommen. Es dauert etwa einen Monat, man bestellt es also am besten ganz am Anfang. Für Kinder unter 14 Jahren ist kein Führungszeugnis nötig – an seine Stelle tritt ein erläuterndes Schreiben.
- Die finanzielle Anforderung: Kontoauszüge über drei Monate ohne Einbrüche, mit einem Mindestguthaben von 500.000 ฿ pro Teilnehmer, Kinder eingeschlossen. Die Summe hält man vernünftigerweise bei einer Bank: Formal darf man Konten zusammenrechnen, in der Praxis schaut der Konsul auf die erste Bescheinigung. Das allgemeine Formular lässt ein Sponsorenschreiben als Alternative zu; wie Moskau ein solches liest, dazu gibt es noch keine Praxis.
- Eine Nachforderung von Unterlagen kommt fast immer, ein- bis zweimal.
- Auf die Entscheidung wartet man im Land der Antragstellung: In den Fällen von Ende August vergingen zwischen Zahlung und Visum 26–39 Tage.
Ein Interview gibt es nicht, entschieden wird nach den Unterlagen, das Visum kommt per E-Mail.
Dokumente aus Belarus, Armenien, Moldau und Usbekistan
Antragsteller aus diesen Ländern reichen in Moskau mit ihren eigenen nationalen Dokumenten ein – die 2-NDFL ist ein russisches Instrument und betrifft sie nicht. Der Engpass liegt hier woanders: bei der Legalisierung. Nötig sind Originale mit Originalstempel, eine notarielle Übersetzung ins Englische und die Beglaubigung in der Botschaft oder im Außenministerium des eigenen Landes. Eine Apostille funktioniert für Thailand noch nicht: Das Übereinkommen tritt für das Land am 28. Februar 2027 in Kraft, bis dahin gilt die Legalisation.
Was wir hier beobachten
Wie die Botschaft die Grenzfälle ihres Einkommensfilters liest, was in die Nachforderungen gerät und wie sich die Praxis zu den Dokumenten aus den Ländern des Bezirks entwickelt – abgeschlossene Fälle gibt es dazu bisher wenige.
Ein selbst zusammengestelltes Dossier prüfen wir vor der Einreichung – der Preflight Check: 300 $, schriftliches Protokoll innerhalb von zwei Werktagen. Die vollständige Begleitung bis zum Visum sind die Tarife Solo Route und Family Route.
Der Zustand aller Konsulate steht auf der Live-Tafel, und welches Konsulat für Ihr Land zuständig ist, zeigt die Karte.
